20.08.2014

Außenklasse der Martinsschule startet am LMG

Kooperation geht neue Wege in Richtung Inklusion
 
 

Seit 2007 arbeiten das Lise-Meitner-Gymnasium Böblingen und die Martinsschule Sindelfingen (Förderschule) im Rahmen des Projektes Schulzirkus LISAMARTONI erfolgreich zusammen. Dieses Projekt wurde in den letzten Jahren mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seit dem Schuljahr 2013/14 erfährt es eine besondere Förderung durch die Bundesvereinigung kulturelle Jugendbildung (BKJ). Im Schuljahr 2013/14 wurde die Kooperation um das Musical-Projekt der Klassen 5 erweitert und einzelne inklusive Unterrichtsprojekte wurden durchgeführt.

Kooperationen zwischen so verschiedenen Schulen wie dem LMG und der Martinsschule können nur dann gelingen und gewinnbringend für beide Seiten sein, wenn alle Beteiligten diese Gemeinschaft als etwas wahrnehmen, das ihnen Sicherheit und Akzeptanz bietet. Dies gilt gleichermaßen für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer. In den Jahren des gemeinsamen Zirkusprojektes ist dies gelungen und hat sich stetig entwickelt. Die Martinsschüler und ihre beiden Sonderpädagogen wurden mehr und mehr am Gymnasium integriert. Von zentraler Bedeutung war die Kontinuität der beteiligten Personen und das damit gewachsene gegenseitige Vertrauen.
Ab dem Schuljahr 2014/15 wird es eine Weiterentwicklung und Intensivierung geben. In einer sogenannten jahrgangsübergreifenden Außenklasse werden Kinder mit sonderpädagogischem Bildungsanspruch ab Klasse 5 auch am Lise-Meitner-Gymnasium unterrichtet. Das staatliche Schulamt, die Schulträger, die Lehrerkollegien und die Eltern unterstützen dieses Projekt und dessen Weiterentwicklung.

Die Kinder dieser Außenklasse bleiben Schülerinnen und Schüler der Martinsschule und werden nach dem Bildungsplan der Förderschule unterrichtet. Sie werden sowohl am Schulzirkus LISAMARTONI als auch am Musical-Projekt des LMG teilnehmen. Darüber hinaus sind gemeinsame unterrichtliche Projekte und Kooperationen mit den Schülern des Gymnasiums in unterschiedlichen Klassenstufen geplant. Partielle Inklusion durch einzelne, zeitlich begrenzte Projekte mit der gesamten Außenklasse oder nur mit einzelnen Kindern sollen Misserfolg durch Überforderung und Frustration verhindern. Inklusiver Unterricht soll dann stattfinden, wenn er didaktisch und pädagogisch gewinnbringend und möglich ist. Für alle Beteiligten ist eine zentrale Voraussetzung für inklusiven Unterricht, dass alle aktiv am Unterricht teilnehmen können und eine an ihre Belange angepasste Förderung erhalten, gleichgültig ob hochbegabt, begabt oder mit Lernschwierigkeiten. Gymnasiasten und Schüler mit sonderpädagogischem Bildungsanspruch (Förderschwerpunkt Lernen) lernen gemeinsam und begegnen sich in den Pausen und auf Ausflügen. Dieses Miteinander baut Berührungsängste ab, entwickelt die Persönlichkeit und fördert das gegenseitige Verständnis. Mit diesem Vorgehen soll bei den Schülern der Außenklasse (Schüler mit sonderpädagogischem Bildungsanspruch) die Selbstständigkeit und bei den Schülern des LMG die soziale Kompetenz gefördert werden. Durch gemeinsame Aktionen sollen positive Erlebnisse für alle geschaffen werden. Alle gewinnen!

Die jahrgangsübergreifende Außenklasse wird durchgehend von Sonderpädagogen an der Martinsschule und am LMG unterrichtet und durch Team-Teaching mit Gymnasiallehrern erweitert. Die individuelle Lernbegleitung aller Kinder der Außenklasse ist dabei ein zentrales pädagogisches Ziel, denn "es ist normal, verschieden zu sein", dies sagte Richard von Weizsäcker bereits 1993.

Interessierte Eltern, die ihr Kind für die Außenklasse am LMG anmelden möchten, können sich unter der Telefonnummer 07031/807390 oder per E-Mail sekretariat@martinsschule-sindelfingen.de informieren. Weitere Informationen enthält auch unser Flyer.