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vom 04.01.2016
 
Sindelfingen: L-Bank und Internationale Bachakademie ehren „Zauberhaft“-Preisträger
Martinsschule überzeugt die Jury
 
Da war die Freude groß beim Team der Sindelfinger Martinsschule, die den ersten Preis gewonnen hat beim gemeinsamen Wettbewerb der Bachakademie und der L-Bank. Bild: z
 
Von unserem Mitarbeiter Peter Maier
23 Förderschulen aus ganz Baden-Württemberg haben sich in diesem Jahr unter dem Motto „Kommt, singt (s)ein Lied – und entdeckt den Bach für euch“ nach den Sommerferien an der Ausschreibung beteiligt. Der erste Platz ging an die Sindelfinger Martinsschule.
 
Für die Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren ging es vor allem um „Air“, ein kurzes Instrumentalstück aus der 3. Orchestersuite von Bach. Die Kinder sollten sich so spielerisch wie möglich mit dem „Lied ohne Text“ auseinandersetzen und zusammen mit ihren Lehrern eine darstellerische Möglichkeit finden, die am besten zur Klasse passt. Die Schüler haben gemalt, geklebt, gebastelt, gesungen, getanzt und sogar einen eigenen Rap komponiert.
Besonders stach der „Tanz im Birkenhain“ der Martinsschule Sindelfingen hervor, der die Jury begeisterte und mit dem ersten Platz prämiert wurde. Dieses nicht zuletzt auch durch die Umsetzung des Projektes als Gruppenarbeit. Gemeinsam haben die Schüler zuerst ein Drehbuch geschrieben, dann in gemalten Bildern skizziert und es anschließend mit der Musik Bachs als Tanz realisiert.
Platz zwei belegte die Peter-Meyer-Schule aus Schramberg bei Rottweil. „Gefilzte Bilder auf Leinwand“ brachten der Gustav-Leube-Schule aus Blaustein bei Ulm die Bronzemedaille.
Viele Klassen haben ihre Arbeiten filmisch festgehalten. Damit wurden nicht nur die Werke und ihre Entstehung gezeigt. Es wurde auch die Persönlichkeit der Kinder sichtbar. Die Jury aus Vertretern der L-Bank, der Bachakademie und der Staatsgalerie sowie Autoren, Journalisten und Designern bekam so ein Bild davon, was an Förderschulen in Projektarbeit möglich ist und in Eigeninitiative von den Lehrern entwickelt wird.
Gernot Rehrl, Intendant der Bachakademie, zeigte sich beeindruckt von der Kreativität der eingereichten Arbeiten: „Ich bin immer wieder begeistert, was Musik für unterschiedliche Assoziationen in Menschen – und insbesondere in Kindern auslöst und wie vielfältig und ideenreich die Arbeiten sind. Es waren Kunstwerke darunter, die mich nicht nur beeindruckt, sondern auch berührt haben.“
Für Anke Bächle von der Staatsgalerie Stuttgart war vor allem das elementare Erlebnis der Musik für die Kinder deutlich spürbar. Als faszinierend empfand die Kunstpädagogin aber ebenso die anspruchsvolle Begleitung durch die Lehrer. „Die Kinder standen eindeutig im Mittelpunkt, die gemeinschaftliche Arbeit hat alle beflügelt. Auch war es toll zu sehen, wie bei fast allen Werken die Individualität der Kinder deutlich wurde. Die Lehrer haben wunderbare inspirierende Anstöße gegeben.“
Inspirierend, überraschend und besinnlich war auch die Preisverleihung, zu der alle teilnehmenden Klassen nach Stuttgart gekommen waren. Dafür sorgten Poetry-Slammer Tobias Borke als rappender Moderator und das Bach-Collegium Stuttgart. Unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann verzauberte das Ensemble der Bachakademie die Schüler und Lehrer nicht nur mit der Aufführung von Auszügen aus Bachs 3. Orchestersuite.
 

Hier gehts zum Film "Tanz im Birkenhain"